Beziehung 4.0
Begegnung und Dasein in bewegten Zeiten
- bleibt alles anders?

‚Ich wünschte, Du könntest Dich mir anvertrauen.‘ Verlässliches Dasein, wenn nach und nach alles anders wird. Die Personzentrierte Spieltherapie als Anker für Kinder in stürmischen und bewegten Zeiten.

Das Aufwachsen von Kindern, die in der spieltherapeutischen Praxis begleitet werden, ist oft von Ohnmachts- und Überforderungserleben, von Beschämung und Grenzüberschreitungen geprägt. Das Maß der biographischen Verletzungen, welche sie hinnehmen und aushalten mussten oder müssen, scheint mehr als überzogen. Die Mädchen und Buben nutzen den Spiel- und Beziehungsraum der Personzentrierten Spieltherapie und wenden sich ihren Erfahrungen des Ungeschützt- und des Aufgeliefert-Seins sowie ihrer Lösungsbegabung zu.

Sie vertrauen sich der Therapeutenperson auch in ihrer Verletzbarkeit an. Im Spielraum trauen sie sich an ihre biographischen Erfahrungen und an ihre eigene Mächtigkeit heran. Ihr Trauen, ihr Vertrauen und ihr Anvertrauen stößt auf ein Zutrauen, welches auf verschiedenen Ebenen Anerkennung findet.

Im Rahmen des Workshops möchte ich Anstöße geben, über das Phänomen des Vertrauens nachzudenken und stelle meine Erfahrungen, betrachtet durch die ‚Zutrauensbrille‘, aus der Begleitung von Kindern vor.

„Ich gehe leise durchs Leben“, so Carl Rogers 1978 in seiner Einführung zu ‚Die Kraft des Guten‘. Dieser Satz hat mich, Steffi Jofer-Ernstberger, vor vielen Jahren im Personzentrierten Ansatz verankert. Ich versuche an einer Fachakademie für Heilpädagogik meine Begeisterung und meine Erfahrung an angehende Kolleginnen und Kollegen weiter zu geben. Als Ausbilderin für Personzentrierte Spieltherapie (GwG) vertiefe ich an der Europäischen Akademie für Heilpädagogik mit Interessierten die Umsetzung der Personzentrierung in den Bereich der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Daneben begleite ich Mädchen und Buben in meiner eigenen Praxis im Norden Münchens.